| Eine häufige Situation in Exportbetrieben: Ständig fällt fremdsprachige
Korrespondenz an, die übersetzt werden muß, Betriebsanleitungen, Bedienungsanweisungen,
Urkunden, Faxe, Werbeprospekte usw. Mitunter reichen die Sprachkenntnisse der eigenen
Mitarbeiter auf manchen spezifischen Gebieten nicht aus, so daß externe Übersetzer
hinzugezogen werden müssen oder man auf ein Übersetzungsprogramm vertraut, welche von
den Herstellern mit verlockenden Werbeaussagen angepriesen werden, wie z.B.
"Automatische Volltextübersetzung", "Übersetzt 100 Seiten in der
Stunde", "Übersetzt spielend ganze Bücher", "Übersetzen ohne
Sprachkenntnisse", "Der Volltext-Übersetzer" oder gar "Sparen Sie
viel Geld! Unser Übersetzungsprogramm macht in Zukunft alle Übersetzungen für
Sie".
Das hört sich gut an, doch wie sieht es in der Realität aus? Wir haben
verschiedene herkömmliche Übersetzungsprogramme wie Langenscheidts T1 und
Online-Übersetzungssoftware wie den kostenlosen Webseiten-Übersetzungsdienst
von AltaVista getestet.
Klicken Sie die folgenden Beispiele an, um sich von der
"Qualität" eines Übersetzungsprogramms zu überzeugen. Die
"Übersetzung" wurde von der Übersetzungssoftware von Alta Vista
"erzeugt":
1. Englische
Originalseite, geschrieben von einem britischen Muttersprachler
2. Deutscher
Originaltext, übersetzt von einem deutschen Muttersprachler und Diplomübersetzer
3. Die
"Übersetzung", erzeugt von der Übersetzungssoftware von Alta Vista
Was bietet Übersetzungs-Software heute? Preislich gibt es große
Unterschiede, qualitätsmäßig allerdings kaum. Sowohl für das billigste als auch für
das teuerste Produkt sind wir zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Die von den
Übersetzungsprogrammen "erzeugten" Übersetzungen sind in der Praxis in fast
allen Fällen völlig unbrauchbar, sieht man einmal von der Übersetzung simpelster
einzelner Wörter ab. Daß das Wort "Apfel" im Englischen "apple", im
Spanischen "manzana" und im Russischen "jabloko" bedeutet, erkennen
die meisten Programme. Hierzu benötigt man allerdings kein Übersetzungsprogramm - ein
Wörterbuch oder die Allgemeinbildung genügt hierzu.
Sobald Sätze übersetzt werden müssen, haben die meisten Programme schon
Schwierigkeiten mit den simpelsten grammatischen Strukturen, ganz zu schweigen von
bildhafter Sprache oder spezialisierten Texten. Auch die Aktualität und Anzahl der
Termini läßt sehr zu wünschen übrig - Sprache verändert sich, Sprache lebt, hier kann
ein Übersetzungsprogramm kaum Abhilfe schaffen.
Wer die Übersetzung eines Geschäftsbriefes oder einer
Bedienungsanleitung einem Übersetzungsprogramm anvertraut, muß mit Unverständnis, vor
allem aber mit Image-Schaden rechnen (Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Nachricht
mit folgendem Text: "Mit der Hilfe dieser Pergament mögen wir Ihren Unternehmens
unseres neue Abfall verstellen..." - dies ist noch eine harmlose
Übersetzungsvariante).
Fazit: Die auf dem Markt befindliche Übersetzungssoftware KOSTET Geld,
sie spart es nicht. Die notwendigen Nachbearbeitungen der "Übersetzung" durch professionelle Fachübersetzer dauert
länger und kostet letztendlich mehr Zeit und Geld, als wenn die Übersetzung gleich von
einem Diplomübersetzer vorgenommen
worden wäre. Heutige Übersetzungssoftware ist ein Hilfsmittel für einen Fachübersetzer
zur Verwaltung bestimmter Termini, kann diesen jedoch niemals ersetzen.
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